Maria-Montessori-Grundschule

Programm Neubau der Nachbetreuung

Ort Saarbrücken-Russhütte

Bauherr Gebäudemanagement der Landeshauptstadt Saarbrücken

Entwurf Carsten Diez, Igor Torres

Mitarbeit Nina Scheffler, Randi Kjer

Planung/Fertigstellung 2011/2014

Fotos Marco Kany


Die Montessori-Grundschule liegt im Ortskern des Saarbrücker Stadtteils Rußhütte und ist in einem im 19.Jahrhundert erbauten Schulhaus untergebracht. Im Zuge des Ausbaus zur Ganztagsschule ist bis zum Schuljahr 2013/14 eine Erweiterung für die Nachbetreuung entstanden. Die Außenanlagen wurden 2015 vollendet. Der zweigeschossige Neubau nimmt 6 Gruppenräume, Multifunktionsraum mit Küche sowie diverse Nebenräume auf. Um auf die, durch einen Bahndamm topografisch beengte Grundstückssituation zu reagieren, wurde eine Gebäudeseite um 15° gedreht. Auf diese Weise entstand ein keilförmiger Grundriss, der das Gebäudevolumen optisch kompakt hält und die städtebauliche Raumsituation verbessert. Die Giebelfassade wendet sich zur Hauptzufahrt und schafft dort eine empfangende Geste. Hier befindet sich der Haupteingang, der durch eine Einkerbung gekennzeichnet wird und mit seiner Oberfläche, der an den roten Klinker der Nachbarbauten erinnert, den Bezug zur Umgebung herstellt. Hier werden Kinder und Besucher in der Tradition eines freundlichen Willkommensgruß mit Wetterschutz und Sitzgelegenheit empfangen. Es wurde eine Form gefunden, die dem Gebäude Selbstverständlichkeit verleiht und dem Ort Identität stiftet. Das geneigte Dach verstärkt den funktionalen Zusammenhang mit dem Altbau. Zugleich wird somit auf die Urform eines Hauses – für die Kinder ein einprägsames Bild ihrer Schule - verwiesen. Dem knappen Budget geschuldet, werden Materialien ehrlich und unverkleidet eingesetzt, technische Funktionen wie Lüftungsrohre und Leitungen sichtbar gelassen. Zusammen mit den Innenräumen, die durch eine präsente Deckenneigung, Aufweitungen und große Öffnungen sowie vielfältige Blickbeziehungen geprägt sind, entsteht aber eine Atmosphäre der Behaglichkeit und unerwarteter Großzügigkeit. Der Maßstab, die Ausformulierung der Fassade, das Satteldach, der erdige Kratzputz, szenische Ein- und Ausblicke der Fenster untermauern diese Haltung.