Praktikumsgebäude der Pharmazie

Programm Planung für den Neubau eines Praktikumsgebäudes der Pharmarzie für die Universität des Saarlandes

Ort Saarbrücken - Universitätscampus

Auslober Saarland / Amt für Bau und Liegenschaften

Auftragsart Begrenzt offener Realisierungswettbewerb

Planung 2016

Entwurf Carsten Diez, Igor Torres

Mitarbeit Tasja Schudde


    Die Platzierung des neuen Gebäudes folgt dem städtebaulichen Raster des Universitätscampus, der auf die orthogonale Strenge der ehemaligen Kasernenanlage basiert. Der aus der vorhandenen Parzellenfläche zwangsläufig zu entwickelnde quaderförmige Bau steht jedoch am Rande des historischen Campusgebietes, so dass sich Übergänge von Dichte zu Lockerheit, von Enge zu Weite ergeben. Aus diesen Rahmenbedingungen lassen sich folgende Konsequenzen für die Formfindung des Baukörpers ableiten. Zum einen gilt es die kleinteilige Körnung der Umgebung zu respektieren und einen Stadtbaustein in das Bestehende einzufügen. Zum anderen ist auf den Übergang in die offenere, landschaftsähnliche Situation zu reagieren. Als Strategie wird die Methode der Substraktion gewählt. Dies erfolgt durch das Herausschneiden bestimmter Bereiche aus dem Baukörper – einem Mittel, das einer bildhauerischen Tätigkeit bei Herstellung einer Skulptur gleichkommt.

    Die aus dem Städtebau abgeleitete Formfindung entspricht der inneren Funktionsgliederung. Im längeren Gebäuderiegel sind in allen Geschossen die Labor- und Praktikumsräume untergebracht, während der kürzere Kopfteil den erdgeschossigen Hörsaal sowie in den Obergeschossigen Gemeinschafts- und Sozialräume aufnimmt. Das großzügige, dreigeschossige Foyer fungiert als Verbindungsglied zwischen den einzelnen Nutzungsbereichen, welches eine optimale Orientierung ermöglicht und die Kommunikation über die Geschosse hinweg fördet. Eine breite einläufige Foyertreppe und die umlaufende Galerie erlauben weite Ausblicke, fokussiert durch die Gebäudefuge, auf das städtebauliche Panoptikum vom herausragenden Meisterwerk der Mensa bis hinunter auf die Reihung von Einzelbauten entlang des Stuhlsatzenweges. Die vom Foyer ausgehenden Flure gliedern das Gebäude in einen ungleich tiefen Zweibund, einer schmalen, rückwärtigen Schiene mit Service- und Technikräumen sowie einem grossen Riegel, der die tiefen Labor- und Praktikumsräume aufnimmt. Der Hörsaal liegt am Foyer unmittelbar am Haupteingang. Garderoben und Spinde befinden sich zur Erleichterung der Arbeitsabläufe in eigenen Räumen, die in zentraler Lage auf jedem Geschoss verteilt sind.